Tuesday, January 20, 2009

Hochwasser in Santa Catarina

Einige haben es vielleicht in der Tagesschau verfolgt. In Santa Catarina, dem zweitsüdlichsten Bundesstaat Brasiliens, in dem ich seit zwei Jahren lebe, kam es im November und Dezember zu Überschwemmungen und Erdrutschen aufgrund außergewöhnlich starker Regenfälle. In einigen Orten wurde der Notstand ausgerufen. 128 Menschen verloren ihr Leben, 22 werden bis heute vermisst, 32.803 Menschen befanden sich zeitweilig ohne Obdach.
Im Vergleich zu dem Schicksal dieser Menschen haben wir den Regen gut überstanden. Dreimal trat das Wasser über die Schwelle des Hauses und füllte alle Räume mit schlammigem Wasser. Den höchsten Stand von einem halben Meter gemessen vom Fußboden des Hauses erreichte es bei der letzten Überschwemmung Mitte Dezember. Kühlschrank und Herd stehen bis heute aufgebockt auf Ziegelsteinen, die Lebenszeit der Küchenspüle und des Badezimmerschrankes aus Spanholz wurde erheblich verringert und ihr Ende ist absehbar.
Raul watet durch das Meer im Vorgarten und organisiert Ziegelsteine zum Erhöhen der Möbel. Unterwasserfahrräder auf der Veranda
Die Hunde überlebten die Flutwellen auf dem Sofa - und wollten in den Tagen nach dem Hochwasser nirgentwo anders hin als dorthin zurück -
und die Enten liebten sowieso jeden zusätzlichen Zentimeter Wasser.

Dank sei Gott, dem Herrn, für seine Güte.
Denen, die meinen, ihr Leben planen zu können und als Herren ihres Schicksals Kontrolle zu haben, wünsche ich, dass sie sich den Hochmut dieser Auffassung anhand dieser und anderer Nachrichten und Erlebnisberichte klar machen können und nicht auf eigene Erlebnisse warten.

Wednesday, November 05, 2008

Fischer und Bootsbauer

Raul wird Fischer
Nach den ersten beiden wenig erfolgreichen Fahrten fingen Raul und sein Onkel Leka in einer Nacht 120 kg Fisch - hauptsächlich Parati, aber auch zwei "peixe espada" - Schwertfische.
und Bootsbauer.
Die Corujão II gehörte bis vergangenen Sonntag Juarez. Sie lag wenigstens drei Jahre am Strand der Vila und verrottete im Regen.
Juarez hat viel mit der Corujão II erlebt und ist froh,
dass sich jemand für sie und seine Geschichten interessiert...
... und dass er sie endlich verkaufen konnte.
Bis Raul mit der Corujão eines Tages über die Babitongabucht fahren kann, wird viel Zeit vergehen.
Sie muss fast vollständig überholt werden...
Eine gute Gelegenheit sich als Bootsbauer zu üben.

Friday, October 24, 2008

die Kinder auf meiner Straße...

...gehen so von der Schule nach HauseArm in Arm
spielen in Stiefeln oder Schlappen mit Puppen, Besen und Plastiktüten
und verzaubern.

Vocês Lieblingsplatz

Vocês Lieblingsplatz ist auf den kühlen Fließen direkt an der Vordertür
- so gerade eben im Haus, das er eigentlich gar nicht betreten darf
was ihm vollkommen klar ist

Saturday, October 11, 2008

11 Geschwister

Elf wenige Tage alte Entenküken
sind vor drei Wochen bei uns eingezogen.
Eine erste Unterkunft haben wir in wenigen Minuten improvisiertund dann stetig ausgebaut.In der Holzkiste gehts zum Baden an den Bach hinterm Haus
unter strengster Bewachung.Sie wachsen so schnell, dass man ihnen dabei zuschaun kann
und verlernen dabei nicht, sich ganz klein zu machen.

urwald in klein








Monday, October 06, 2008

glatt wie eine Pfütze

früh morgens -besonders bei Ebbe und Neumond-
ist die Baia de Babitonga glatt wie eine Pfütze.
Die Kanus der Fischer liegen still am Strand
ganz so als bedürften sie keinerlei Anker
noch nicht mal einer Bambusstange.

Auf und am längsten Fußgänger-Bootssteg Santa Catarinas, Brasiliens oder (wer weiss das schon genau) vielleicht sogar Südamerikas wird täglich Fahrrad gefahren, nach Krebsen gefischt, geschlendert, im Sommer geschwommen, im Winter gefroren und zu jeder Jahreszeit viel geküsst. Hauptsächlich zwischen sechs Uhr abends und Mitternacht wird der Steg von verliebten Jugentlichen bevölkert. Die Personenfähre nach São Francisco do Sul legt unter der Woche fünfmal von hier ab und an, am Samstag dreimal und sonntags zweimal.